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Handchirurgie

Hinter dem Begriff Handchirurgie verbirgt sich ein für viele Laien vermutlich überraschend großes Fachgebiet. Das von Dr. Reimer Hoffmann verfasste Standardwerk „Checkliste Handchirurgie“ beinhaltet, obwohl kurzgefasst, knapp 500 Seiten! Auch in diesem kurzen Artikel können nur die häufigsten Probleme angesprochen werden.

Hilfe, meine Hand schmerzt!

Ein großer Teil der Erkrankungen der Hand ist schmerzhaft. So können Sehnenscheidenverengungen beispielsweise zu einem schmerzhaften „Schnappen“ oder „Springen“ eines oder mehrerer Finger führen. Und es gibt Sehnenscheidenverengungen auch am Handgelenk. 

Arthrosen betreffen nicht nur Hüft- und Kniegelenke! Das wissen Betroffene aus schmerzhafter Erfahrung. Sind die Fingergelenke oder das Sattelgelenk an der Daumenbasis betroffen, kann schon ein Händedruck zur Qual werden. Warum Frauen besonders häufig an Arthrosen der Hand erkranken, ist bisher nicht bekannt.

Hilfe, meine Finger schlafen ein!

Das Karpaltunnelsyndrom ist ein sehr häufiges Problem. Daumen, Zeige- und Mittelfinger schlafen ein, z.B. beim Fahrrad- oder Autofahren, nachts oder am frühen Morgen. Oft geht dies mit Schmerzen einher, die bis zur Schulter ausstrahlen. Ursache ist die Druckschädigung des Mittelnervs der Hand in einem engen Tunnel an der Handwurzel (Karpus=Handwurzel).

Nicht ganz so bekannt ist das Kubitaltunnelsyndrom, das zwar ähnlich heisst, aber grundverschiedene Symptome macht. Ursache hierfür ist die Druckschädigung des Ellennervs in der Ellenrinne am Ellenbogen (jeder kennt die Stelle als Musikantenknochen). Dieses Syndrom tritt schleichend mit Taubheit am Kleinfinger und Ringfinger auf, was nicht so sehr stört, als wenn Daumen- und Zeigefinger einschlafen. Doch kommen plötzlich Kraftverlust, Muskelschwund und Ungeschicklichkeit der Finger dazu, ist der Patient alarmiert!

Hilfe, meine Finger werden krumm!

Eine Krankheit, die es in Afrika und China nicht gibt, quält viele Menschen, vorwiegend Männer, in Mitteleuropa und damit Zehntausende in Deutschland. Die Rede ist von der Dupuytrensche Kontraktur. Bei dem vererbten Leiden bilden sich zunächst schmerzlose Knoten und Stränge in der Hohlhand und an den Fingern. Dann werden langsam die Finger in die Beugung gezogen. Meistens sind Ring- und Kleinfinger betroffen. Auch wenn die Krankheit schmerzlos und harmlos ist, so kann doch die Greiffunktion sehr in Mitleidenschaft gezogen werden.

Hilfe, an meiner Hand bildet sich eine Geschwulst!

Die häufigsten Tumoren an den Händen sind Ganglionzysten (Überbeine), Sehnenscheidengeschwülste und Knochenzysten (Enchondrome). Solange die Tumoren klein sind, reicht der Gang zum erfahrenen Arzt. In vielen Fällen kann man zunächst beobachten, bevor zu einer Operation geraten wird. Übrigens: Bösartige Tumoren an der Hand sind extrem selten!

Muss ich operiert werden?

In den meisten Fällen – nein! Wenn jedoch die Schmerzen unerträglich werden, wenn die Taubheit oder gar eine Lähmung permanent werden, wenn die Funktion der Hand zunehmend behindert wird – dann ja!

Bei Sehnenscheidenverengung oder Nerveneinklemmung wird die Enge erweitert (ähnlich, als würde man den Gürtel aufmachen, wenn es an der Taille klemmt). Hierdurch kommt es fast immer schlagartig zur Besserung. Bei Arthrosen werden auch an der Hand künstliche Gelenke eingesetzt oder die störenden „Verschleißteile“ werden schonend entfernt. Die bei der Dupuytrenschen Kontraktur zur Fingerkrümmung führenden Knoten und Stränge werden entfernt, manchmal ist auch eine kleine Hautverpflanzung erforderlich.

Minimal invasive und endoskopische Technik?

Große Schnitte, sollten in der modernen Handchirurgie der Vergangenheit angehören. Die Handchirurgen von HPC Oldenburg haben sich auf minimal invasive Verfahren, insbesondere bei den oben angeführten Operationen, spezialisiert. Der Hauptvorteil dieser Techniken ist, neben der Gewebeschonung und der Zeitersparnis, die deutlich raschere Wiederherstellung guter und schmerzfreier Handfunktionen.