Handchirurgie

Dupuytrensche Kontraktur

Operationstechnik: minimal invasiv

Es handelt sich um eine erbliche Erkankung, bei der typischerweise Knoten und Stränge an den Fingern und an der Hand auftreten. Die Verwachsung dieser Gebilde mit der Haut führt zum Schrumpfen der Haut, d.h. sie wird kontrakt (deshalb “Kontraktur”) und zieht die Finger in die Beugung. Am häufigsten betroffen sind Klein- und Ringfinger, aber alle anderen, auch der Daumen können erkranken. Wenn die Kontraktur, d.h. die Krümmung der Finger zu einem funktionellen Problem wird, ist eine Operation angezeigt. Effektive nichtoperative Massnahmen sind bisher nicht bekannt.

Grosse Operationen mit grossen Schnitten sollten heute vermieden werden. Die Handchirurgen von HPC-Oldenburg haben eine minimal invasive Technik entwickelt, die sogenannte “moduläre Fasziektomie”, die die radikale Entfernung des krankhaften Gewebes durch kleine Schnitte (und später unauffällige Narben) ermöglicht. Die Ruhigstellung nach der Operation erfolgt für 4-5 Tage und die Hand kann in der Regel sehr rasch wieder gebraucht werden.

Dr. Hoffmann in der TV-Sendung NDR Visite zur Behandlung der Dupuytrenschen Kontraktur



Operationstechnik Perkutane Nadelfasziotomie (PNF)

Bei dieser Technik wird das harte Stranggewebe mit einer scharfen Injektionsnadel an mehreren Stellen unter der Haut in örtlicher Betäubung durchtrennt. Der oder die betroffenen Finger werden vorsichtig und völlig schmerzfrei aufgedehnt. In wenigen Minuten ist oft ein über Jahre beklagenswerter Zustand der Krümmung korrigiert oder deutlich verbessert worden (Foto). Die durch die Erkrankung stark verkürzte Haut reisst manchmal als Folge der Behandlung ein, die so entstandenen kleinen Wunden verheilen aber innerhalb von Tagen. Schon am Behandlungstag kann der betroffene Patient alle wichtigen Tätigkeiten (Essen, An- und Auskleiden, persönliche Hygiene) durchführen, Autofahren ist am Folgetag möglich. Zur Nachbehandlung ist lediglich ein kleiner Verband erforderlich und eine Nachtschiene für 2-3 Wochen.

Natürlich sind nicht alle Erkrankungsformen für die Nadelfasziotomie geeignet. Die Entscheidung, ob eine Operation oder die PNF die geeignete Methode ist, wird nach eingehender Untersuchung und Testung getroffen. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass bei der minimal invasiven Operation Knoten und Stränge weitgehend vollständig entfernt werden, nach der Nadelfasziotomie blieben diese im Gewebe und sind auch später noch tastbar, aber eben bei wieder gut streckbaren Fingern. Gerade für ältere oder berufstätige Menschen ist der wichtigste Aspekt, dass ein längerer Behandlungsverlauf vermieden wird.

fortgeschrittene Dupuytrensche Kontraktur

fortgeschrittene Dupuytrensche Kontraktur

unmittelbar nach PNF

unmittelbar nach PNF




Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website des Dupuytren e.V.
www.dupuytren-online.de

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